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Braunkohletagebau

Braunkohle im Rheinland

In Deutschland gibt es drei große Braunkohlereviere:

- das rheinische Braunkohlerevier im Städtedreieck Köln – Aachen – Mönchengladbach
- die Lausitz
- das mitteldeutsche Revier um Leipzig und Halle

Die gesamten deutschen Braunkohlevorkommen betragen ca. 77 Milliarden Tonnen, das sind mehr als 14 % der weltweiten Reserven. Allein 55 Milliarden Tonnen lagern im rheinischen Revier. Damit ist dieses Gebiet das größte zusammenhängende Braunkohlevorkommen Europas und hat mit fast 60 % den größten Förderanteil in Deutschland. Jährlich werden hier rund 100 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert.

Die Braunkohle spielt eine bedeutende Rolle für die Stromerzeugung: Ein Viertel des in Deutschland erzeugten Stroms wird aus Braunkohle gewonnen. Fast 45 % des Stroms, der in NRW verbraucht wird, kommt aus dem rheinischen Revier. Gleichzeitig gilt dieses Gebiet mit seinen vier Kraftwerken auch als größte Kohlendioxid–Quelle Europas. In Grevenbroich-Neurath entsteht zur Zeit das größte Braunkohle-Kraftwerk der Welt, das noch in diesem Jahr in Betrieb gehen soll.

Im rheinischen Revier gibt es drei Großtagebaue:

- Tagebau Hambach, der größte der drei Tagbaue, mit 40 Mio. Tonnen Braunkohle pro Jahr
- Tagebau Garzweiler/Garzweiler II
- Tagebau Inden



 

Tagebau Garzweiler

Der Tagebau Garzweiler liegt westlich von Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss und ist nach dem abgebaggerten Dorf Garzweiler benannt. Garzweiler I (66 qkm) liegt östlich, Garzweiler II (48 qkm) westlich der Autobahn. Seit 2006 wird auch im Tagebau Garzweiler II Braunkohle gefördert, die genehmigte Betriebsdauer gilt bis zum Jahr 2045. Hier sollen bis 2045 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle gefördert werden.

Die Braunkohle ist dort in 3 Flözen gelagert; diese sind zusammen durchschnittlich 40 Meter stark. Die Braunkohle liegt zwischen ca. 40 und maximal 160 m tief, in Garzweiler II sogar bis 210 m unter der Erdoberfläche.

Im Tagebau Garzweiler werden neben der Braunkohle jährlich auch rund 140 Millionen Kubikmeter Abraum (Löß, Sand und Kies) ausgebaggert. Dieser wird zum Auffüllen und zur Rekultivierung anderer schon ausgekohlter Bereiche genutzt.

 



Der Abbau von Braunkohle hat starke Eingriffe in die Umwelt zur Folge:

- Straßen müssen verlegt werden
- Dörfer müssen umgesiedelt werden, die Dorfgemeinschaft wird zerstört Bisher mussten schon fast 8000 Menschen durch den Tagebau Garzweiler II ihre Heimat verlassen, 12 Dörfer sind betroffen
- Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden im rheinischen Revier insgesamt mehr als 35.000 Menschen umgesiedelt, bis zum Jahr 2045 werden es nochmals 10.000 sein
- Grundwasserspiegel sinkt Felder und Wälder werden vernichtet


 



 



 



Das ist der Schaufelradbagger 288, der größte Schaufelradbagger der Welt. Er kann täglich 240.000 Tonnen Kohle oder Abraum bewegen. Um so viel Braunkohle abzubauen wie er es täglich tut, müssten 40.000 Menschen arbeiten.
Er ist so hoch wie ein achtstöckiges Haus und so schwer wie 13.000 Autos.

2001 wurde der 288 vom Tagebau Hambach in den Tagebau Garzweiler verlegt. Das passierte im Schneckentempo, denn der Gigant legt nur zwischen 2 und 8 Meter pro Minute zurück. Dazu mußten Autobahnen gesperrt, Stromleitungen gekappt und sogar Flüsse verlegt werden.