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Dormagen

Das Wappen der Stadt Dormagen enthält – ähnlich wie das Wappen des Rhein-Kreis Neuss – das Zeichen des Kölner Kurfürsten und den Jülicher Löwen, denn im Mittelalter gehörte das heutige Stadtgebiet teilweise zu Kurköln und teilweise zu Jülich-Berg. Beide sind aber getrennt durch eine blaue Wellenlinie, den Rhein, an dem Dormagen liegt.

 

Zur Stadt

Dormagen liegt im Rhein-Kreis Neuss, der zu Nordrhein-Westfalen gehört. Es liegt zwischen Köln und Düsseldorf auf 51° 5‘ 40‘‘nördlicher Breite und 6° 50‘ 30‘‘ östlicher Länge.

Dormagen liegt aber auch am Äquator, nämlich am „rheinischen Äquator“; wie der Äquator eine Grenzlinie zwischen der nördlichen und der südlichen Erdhalbkugel ist, so ist der „rheinische Äquator“ auch eine Grenzlinie, nämlich zwischen den Großräumen Köln und Düsseldorf und damit auch die Grenze zwischen dem „Alt“(bier), das in Düsseldorf gerne getrunken wird und dem in Köln bevorzugten „Kölsch“ sowie die Grenze zwischen „Alaaf“und „Helau“. Während „Alaaf“ der Narrenruf der kölschen Jecken im Karneval ist, benutzen die Düsseldorfer Narren den Schlachtruf „Helau“.

Die Fläche von Dormagen beträgt 85,4 km². 1767 hatte Dormagen nur 585 Einwohner,
1950 lebten 9.000 Menschen in Dormagen, heute sind es annähernd 64.000 Bürger. Dormagen hat 16 Stadtteile, dazu gehören unter anderem Delhoven, Nievenheim, Zons und Stürzelberg. Verantwortlich für Dormagen mit allen seinen Stadtteilen ist der Bürgermeister Heinz Hilger. Vom Jahr 1803 bis 2004 gab es 26 verschiedene Bürgermeister in Dormagen.

In Dormagen gibt es – wie in Düsseldorf – die „Kö“. Das ist aber nicht die Königsallee, sondern die Kölner Straße, die Hauptgeschäftsstraße von Dormagen.

 

Geschichte und Name

Dormagen hat eine über 2000-jährige Geschichte. Erste Spuren menschlicher Siedlungen stammen aus der Steinzeit. In der Römerzeit teilte Dormagen die Zwei-Tages-Strecke von Köln nach Neuss. Wo heute das alte und neue Rathaus stehen, gab es bis zum Rückzug der Römer um 400 nach Christus ein römisches Lager und Reiterkastell, um die Rheingrenze zu sichern. Im Stadtteil Nievenheim lag eine villa rustica, die wahrscheinlich als Gestüt diente. Am Rande der heutigen Innenstadt soll es in römischer Zeit einen Hafen gegeben haben.
Zu Beginn des dritten Jahrhunderts wird „Durnomagus“ in einem römischen Straßen-verzeichnis genannt. Vermutlich entstand dieser Name aber schon in vorchristlicher Zeit und geht auf die Kelten oder Gallier zurück. Man kann ihn als „Kies-„ oder „Kieselfeld“ übersetzen. (Bis heute wird noch Kies im Dormagener Stadtgebiet abgebaut.)

Nach den Römern ließen sich die Franken in Dormagen nieder und erklärten Ende des 8. Jahrhunderts Nievenheim zu ihrer Gauhauptstadt.

1696 wurde Dormagen Poststation und wurde dreimal pro Woche von der zwischen Köln und Nijmwegen verkehrenden Postkutsche angefahren.

 

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Bauten

In der Innenstadt steht das Alte Rathaus, das 1997 restauriert wurde. Jetzt dient es nur noch zu Trauungen und repräsentativen Zwecken. Hinter dem Alten Rathaus steht das Neue Rathaus, das 1996 von der Stadtverwaltung bezogen wurde.
Ein weiteres altes Stück in Dormagen ist die Katholische Pfarrkirche St. Michael, die schon im zwölften Jahrhundert entstand. Drei Stockwerke des Turmes sind jetzt noch erhalten. Die Evangelische Christuskirche wurde 1961 bis1963 errichtet, die katholische Kirche Maria vom Frieden, die ganz in der Nähe unserer Schule liegt, wurde 1963 gebaut.

Westlich der Innenstadt liegt das Kloster Knechtsteden – die größte mittelalterliche Klosteranlage im Erzbistum Köln - mit seiner mehr als 850 Jahre alten romanischen
Basilika. Der Westchor ist noch in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten. Um 1130 übertrug der damalige Dekan des Kölner Domes seine Stiftung an den Prämonstratenserorden.

Unmittelbar südlich der Dormagener Stadtgrenze liegt Schloss Arff, ein ehemaliges Wasserschlösschen. Die Ritter van der Arffe, Namensgeber des Schlosses, wurden 1366 erstmals urkundlich erwähnt. Das Schloss ist eine kleine Wiederholung des Schlosses Falkenlust bei Brühl und diente als Lustschlösschen. Hier verbrachte der Adel die Sommermonate.

Der Stadtteil Zons stammt aus dem 14. Jahrhundert. Wegen der noch gut erhaltenen, aus dem Mittelalter stammenden Stadtmauer und Türme (z.B. der aus dem Jahre 1388 stammende Rheinturm, der Juddeturm, der Krötschenturm, die Pfefferbüchse) wird er als „Rothenburg am Niederrhein“ bezeichnet.

 

Natur

Im Osten Dormagens liegt der Rhein, an dessen Ufer sich zwischen Dormagen und Zons große Felder und ausgedehnte Grünflächen mit Pappeln und Kopfweiden befinden.

In der Zonser Heide kommen noch Reste der früher typischen Vegetation (z.B. Birke, Heidekraut, Ginster, usw.) vor.
Der Wahler Berg ist eine Binnendüne mit Heidegebieten nordwestlich von Zons. Wegen der Artenvielfalt ist er als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier wachsen z.B. Besen- und Zwergstrauchheide, Sandglöckchen und Silbergras. Für dieses Gebiet typische Tierarten sind Schafe, Blindschleichen, Zauneidechsen, Sandlaufkäfer, Bienenwolf sowie seltene Heuschrecken- und Schmetterlingsarten.

Südwestlich von Dormagen liegt das Naherholungsgebiet Tannenbusch mit einem Wildgehege und dem Geopark.

Dormagen ist die waldreichste Stadt im Rhein-Kreis Neuss. Im südlichen Stadtgebiet bei Hackenbroich liegen der Chorbusch und der Knechtstedener Wald, wo man fast alle einheimischen Baumarten, hauptsächlich aber Laubbaumarten wie Eschen, Buchen, Linden, Pappeln, Ahorn, Eichen findet. Hier gibt es auch große Vorkommen der Flatterulme, die bis zu 35 Meter hoch wird und einen Kronendurchmesser von 15 Metern erreicht. Sie ist die einzige heimische Baumart, die ansatzweise Brettwurzeln ausbildet wie sie im tropischen Regenwald vorkommen. Auch Nadelbäume wie z.B. Fichten, Kiefern, Douglasien, usw.) sind hier zu finden.

Im Norden schließt sich der Mühlenbusch an. Im Frühling blüht im Knechtstedener Busch
das Buschwindröschen und das Maiglöckchen. Hier findet man auch den Aronstab, der hauptsächlich im tropischen Regenwald vorkommt.

 

Industrie

Rund 17.000 Dormagener arbeiten in 2.800 verschiedenen Betrieben in Dormagen. Davon arbeiten mehr als 9.000 im Chemiepark Dormagen. Schon 1916 nahm Bayer Dormagen seine Produktion auf. In Dormagen gab es ebenfalls eine Zuckerfabrik. Sie wurde 1864 als erster Industriebetrieb in Dormagen eröffnet, 1895 folgte eine Brauerei. Seit 1997 wird in Dormagen kein Zucker mehr hergestellt, im Jahr 2008 wurde die Zuckerfabrik abgerissen.

 

Verkehr

Durch Dormagen führt die linksrheinische Bahnstrecke von Kleve über Krefeld und Neuss nach Köln. Dormagen liegt an der A57, Richtung Norden führt sie nach Neuss, Krefeld und die Niederlande, nach Süden führt sie ins Zentrum von Köln. Daneben ist der Rhein von großer Bedeutung.

 

Sport und Freizeit

Dormagen ist „Sport-Stadt“. In den letzten Jahrzehnten entsandte die Stadt teilweise mehr Teilnehmer zu den Olympischen Sommerspielen als mancher Kleinstaat.

Es gibt zahlreiche Sportvereine. Der TSV Bayer Dormagen ist mit über 5000 Mitgliedern der größte und bekannteste Verein in Dormagen. Ihn gibt es seit 1920 in Dormagen. Er bietet viele verschiedene Sportarten an wie z.B. Turnen, Fechten, Schwimmen, Ringen und Leichtathletik.

Die bekannteste Sportart beim TSV ist Handball. Diese Abteilung gibt es seit 1949. Die Handballmannschaft war bis zur Saison 1974/75 in der unteren Liga, aber seitdem spielt die Mannschaft immer in den ersten drei Ligen. Einer der größten Erfolge der Handballmann-schaft ist der zweite Platz im DHB-Pokal in der Saison 1992/93.

 

Bildung

Neben mehr als 10 Grundschulen gibt es in Dormagen ein Hauptschule, zwei Realschulen, eine Gesamtschule, drei Gymnasien und ein Berufsschulzentrum.