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Deutsche Botschaft

Liebe Michelle, liebe Schüler und Schülerinnen der Realschule in Dormagen!

Die deutsche Botschaft in Kinshasa hat Eure mail erhalten. Euer Thema bei der Mitwirkung des Wettbewerbes ist sehr anspruchsvoll und gleichzeitig nicht sehr einfach in der Durchführung.
Folgendes sei hier voraus zu schicken: Der Kongo ist ein bitterarmes Land. Kinder und
Jugendliche werden kaum auf Eure Anfrage per E-mail antworten können.
Sie haben keinen Zugang zum Internet. Bei der Weitergabe von E-mail-adressen muss man zudem im Kongo sehr vorsichtig sein. Nicht ausreichender Virenschutz bei Internetanschlüssen lässt im Kongo immer wieder ganze Systeme zusammenbrechen. Vielleicht solltet Ihr diese Schwierigkeit beim Wettbewerb nennen, denn mit solchen Schwierigkeiten haben es gewiss nicht Eure Freunde zu tun, die auf nördlicheren Breitenkreisen surfen werden. Ihr werdet vom Kongo aus sicher nur wenige Antworten erhalten können. Mit ein paar Zeilen möchte die Botschaft darum selber auf Eure Bitte eingehen.

Mit dem Gesagten möchte ich Euch aber nicht entmutigen! Denn vielleicht liegt Eure Chance ja ganz besonders auf inhaltlichem Gebiet, für das der Kongo sicher eine große Besonderheit darstellt. Ihr könnt im Internet bei der Suche in google auf sehr gute Seiten stossen, unter Angabe von:

/*Die Natur in der demokratischen Republik Kongo*/
oder
*/Fauna und Flora in der demokratischen Republik Kongo
/*usw. .

Der Kongo zählt als noch unentschlossenes Land zu den Nationen, die immer neues Interesse wecken und daher auch besonders im Internet vertreten sind.

*Hier in synthetischer Form ein paar Informationen zur Flora und Fauna im Kongo: *

In der Demokratischen Republik Kongo liegen die größten noch vorhandenen Regenwaldgebiete des afrikanischen Kontinents, fast die Hälfte des gesamten Landes ist von diesem immergrünen Wald mit seinen unzähligen Pflanzenarten bedeckt. In höheren Lagen geht der Tieflandregenwald in Bergregen- bzw. Nebelwald über. Charakteristisch sind Gehölze mit langen, dünnrindigen Stämmen und dunkelgrünem, festen Blattwerk (wie z.B. der Gummibaum). Weiter finden sich Hartholzbäume wie Teak und Mahagoni, Ebenholz, Ölpalme, Würgepflanzen wie z.B. die Würgefeige und so genannte Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), die auf den Stämmen und Ästen anderer Pflanzen wachsen (wie z.B. Orchideen). In Richtung Norden und Süden geht der Regenwald in Feuchtwald und Feuchtsavanne über bis hin zu Trockenwald (Miombowald im Süden des Landes) und Trockensavanne. Hier finden sich Euphorbien, verschiedene Akazienarten und Sukkulenten.

Die ausgedehnten Waldgebiete bieten ideale Lebensbedingungen für eine Vielzahl von Tierarten. In den Regenwäldern leben Schimpansen und Berggorillas (Ruwenzori-Gebirge), Okapis und Waldbüffel. Raubkatzen (Löwe, Leopard), Nashörner, Elefanten, Zebras, Schakale, Hyänen und
zahlreiche Antilopenarten leben teils in den Wäldern, teils in den Savannenregionen. Sowohl die Vogel- als auch die Insektenwelt ist außerordentlich artenreich. Einige der zahlreichen Schutzgebiete und Nationalparks auf dem Staatsgebiet der Demokratischen Republik Kongo
wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Ganz wichtig: Das zebrartige Tier *Okapi *ist ein Symbol für den Kongo.
Es lebt weltweit NUR im Kongo und droht auszusterben.

Bei Eurem Wettbewerb, falls Ihr Euch ganz auf Flora und Fauna zu konzentrieren habt, könntet Ihr eventuell auch eine Besonderheit hervorzuheben. Das könnte beispielsweise

* *der botanische Garten in Kisantu sein. *Dieser Garten enthält eine weltberühmte Sammlung seltener Orchideen. Kisantu liegt 120km südlich von Kinshasa. Unter "Naturpark Kisantu" oder
"Botanischer Garten Kisantu" werdet Ihr in google auf verschiedene Internetseiten stossen, u.a. auf eine PDF-Datei der Europäischen Union, die ich leider hier in Kinshasa aus technischen Gründen
nicht herunterladen kann.

Weitere Sehenswürdigkeiten, die im Internet aufgerufen werden können, sind:

*Nationalpark Virunga

*Nationalpark Garamba

*Nationalpark Kahuzi-Biega

*Nationalpark Salonga

*Okapi-Tierschutzgebiet: Die Zone gehört zu den fünf Naturparks der
Demokratischen Republik Kongo, die von der UNESCO zum
Weltkulturerbe erklärt wurden und die durch Wilderer und Militär
äußerst gefährdet sind.

*Upemba-Nationalpark am Fluss Lualaba nordöstlich von Bugama: Der
Park enthält zahlreiche Seen, in denen Nilpferde, Krokodile und
unzählige Wasservögel leben.

* Kiobo-, Lufira- und Lofol- Wasserfälle nördlich von Lubumbashi:
Dies sind nur Beispiele der vielen eindrucksvollen Wasserfälle im
Süden des Landes, letzterer mit einer Höhe von 384 m.

*Garamba-Nationalpark: Löwen, Elefanten, Leoparden, Giraffen sowie
die seltenen Weißen Nashörner leben hier in freier Wildbahn.

*Kaluzi-Biéga-Nationalpark: Hier können Tiefland-Gorillas
beobachtet werden.

*Mobutu-Sésé-Séko-See: Dies ist der fischreichste See ganz Afrikas.

*Pic Marguerite: Der höchste Berg der Ruwenzori-Bergkette (5.119 m)
bietet Lebensraum für Gorillas und die seltenen Okapis.

*Virunga-Nationalpark: In dem zwischen zwei Bergketten befindlichen
12.000 qkm großen Park leben Löwen, Elefanten, Büffel,
Warzenschweine, Antilopen, Nilpferde und bunte Wasservögel in
freier Wildbahn.

Vielleicht kann sich jeder von Eurer Klasse einen Park herausnehmen und
die besten Informationen unter dem Thema "Fauna und Flora" aus diesem
Park herausholen. Wenn Ihr das Ganze dann noch mit Orchideen dekoriert,
na dann könnte Euch eventuell der Sieg sicher sein!

Alles Gute!

Im Auftrag

Edeltraud Strugholtz