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Brasilien

Geographie

Brasilien ist das größte Land Südamerikas. Mit einer Fläche von 8,5 Millionen qkm ist es nach Russland, Kanada, den USA und China der fünftgrößte Staat der Erde und 24-mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Das Land ist sogar größer als der Kontinent Australien. Die Nord-Süd-Ausdehnung Brasiliens (4395 km) entspricht in Europa der Entfernung vom Nordkap bis Gibraltar. In West-Ost-Richtung (4320 km) würde Brasilien von der Bretagne bis zum Ural reichen. Allein der größte Bundesstaat Amazonas ist mehr als viermal so groß wie die Bundesrepublik. Auch nach der Einwohnerzahl, rund 188 Millionen Einwohner, steht das Land weltweit an fünfter Stelle. Trotz seiner enormen Größe hat Brasilien aber nur wenig mehr als doppelt so viele Einwohner wie Deutschland.

Brasilien hat 10 Nachbarstaaten:

im Norden: Französisch-Guyana, Surinam, Guyana, Venezuela und Kolumbien
im Westen: Peru, Bolivien und Paraquay
im Süden: Argentinien und Uruquay
Im Osten grenzt Brasilien auf einer Länge von 15700 km an den Atlantik.

Brasilien erstreckt sich zwischen 5° nördlicher Breite und 34° südlicher Breite, mehr als 90 % des Landes liegen zwischen dem Äquator und dem südlichen Wendekreis. Macapa, die Hauptstadt des brasilianischen Bundes-staates Amapa, liegt an der Mündung des Amazonas und genau auf dem Äquator. Ein Fußballplatz liegt genau auf dem Äquator! Der Äquator bildet die Mittellinie des Fußballfeldes, so dass eine Mannschaft auf der Nordhalbkugel und die zweite auf der Südhalbkugel spielt.

 

Brasiliens Landschaft kann man in zwei große Gebiete einteilen:

das Amazonas-Tiefland im Nordendie Hochebenen, Hügel und Gebirge (zwischen 200 und 1000m hoch) im Zentrum und Osten. Sie bedecken mehr als die Hälfte des Landes.
Der höchste Gipfel Brasiliens ist der 2.994m hohe Pico da Neblina, zweithöchster Berg ist der 2793 m hohe Pico da Neblina im gleichnamigen Nationalpark nahe der Grenze zu Venezuela und Guyana, dritthöchster Berg ist der Pico da Bandeira mit 891m. Berühmter ist aber der Corcovado (Brasilien), der mit seinen 710 m Höhe einen spektulären Blick über Rio de Janeiro bietet. Auf ihm steht die 30 m hohe Erlöserstatue.

Der mit Abstand wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas. Er ist nach dem Nil (6671 km) zwar nur der zweitlängste Fluss der Erde, aber er ist mit seinen Nebenflüssen der größte und wasserreichste Fluss weltweit. Die Zahl der Nebenflüsse wird auf 1.100 größere und 10.000 kleinere geschätzt. 17 davon sind mehr als 1600 km lang und damit länger als der Rhein.

Man schätzt seine Länge auf 6500 km. Er entspringt in den peruanischen Anden und durchquert Brasilien von Westen nach Osten. Über 2.000 km ist er durchschnittlich 5 km breit, bei Hochwasser kann er 120 km breit werden. An der schmalsten Stelle ist er 1,8 km breit. Er ist durchschnittlich 30 bis 40 m tief, kann aber auch stellenweise eine Tiefe bis zu 100 m erreichen, so dass er sogar von Überseeschiffen auf einer Strecke von
3700 km befahren werden kann. An der Mündung ist er 11 km breit. Hier fließen 200.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ins Meer, das ist ungefähr die Menge Wasser, die in 1 Million gefüllter Badewannen passt. Die bedeutendsten Zuflüssen sind der Rio Purus, der Rio Negro und der Rio Tapajos. Der Amazonas spielt auch eine enorme Rolle als Verkehrsweg. Man vermutet, dass im Amazonas etwa 3500 Fischarten leben. Warum der Amazonas als Fluss der Flüsse gilt, wird deutlich, wenn man sich bewusst macht, dass sein Volumen dem hundertfachen des Rheins entspricht.
Das Amazonasbecken nimmt mit 3,6 Millionen qkm nicht nur ein Fünftel des südamerikanischen Kontinents ein, sondern ist auch einer der größten einheitlichen Naturräume der Erde.

Der 2253 km lange Rio Negro (schwarzer Fluss) ist einer der größten Nebenflüsse des Amazonas. Er wird – wie einige andere Nebenflüsse des Amazonas (Rio Branco, Mapuera, Trombetas, Maicuru, Jari usw.), die aus dem Norden zum Amazonas zufließen – vom Äquator geschnitten und verläuft über etwa 300 km parallel zum Äquator.

 

Gliederung

Brasilien ist in 26 Bundesstaaten und einen Bundesdistrikt , der direkt der brasilianischen Regierung untersteht, unterteilt. Diese werden in 5 Regionen zusammengefasst.

1 Mittelwesten
2 Nordosten
3 Norden
4 Südosten
5 Süden

Bevölkerung

Der Bevölkerung ist ungleich verteilt: Der Großteil der Bevölkerung lebt in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden. Die bevölkerungsreichsten Regionen sind der Großraum Sao Paulo mit ca. 20,5 Mio., der Großraum Rio de Janeiro mit mehr als 11 Mio. Einwohnern, sowie Belo Horizonte, Porto Alegre, Recife, Fortaleza und Salvador da Bahia mit jeweils zwischen 3 und 4 Mio. Einwohnern. Ausnahme ist Brasilia. Diese Stadt liegt im Brasilianischen Bergland und ist seit 1960 die Hauptstadt Brasiliens. Sie hat nur 200.000 Einwohner, der Großraum Brasilia hat ca. 2,2 Mio. Einwohnern. Brasilia wurde für den damaligen Präsidenten geplant, in nur drei Jahren erbaut und sollte ein Zeichen für das moderne Brasilien sein. Sao Paulo ist die größte Stadt Brasiliens, Südamerikas und der südlichen Halbkugel. Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt und gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Insgesamt leben mehr als drei Viertel der brasilianischen Bevölkerung in Städten. Diese wuchsen sehr schnell und sehr stark, so dass in den Außenbezirken Armensiedlungen (Favelas) entstanden, in denen bis zu 200.000 Menschen leben.
In den Bundesstaaten der Ost- und Südküste Brasiliens liegt die Bevölkerungsdichte zwischen 20 bis über 300 Einwohner/qkm. Der Rest Brasiliens, mit dem Amazonas und den Bergregionen, hat zwar die weitaus größte Fläche, aber eine Bevölkerungsdichte von 5 bis 20 Einwohner/qkm. Nur der Distrito Federal de Brasil und der Bundesstaat Rio de Janeiro haben eine hohe Bevölkerungsdichte mit mehr als 300 Einwohner/qkm.

Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas. Das brasilianische Portugiesisch unterscheidet sich in Aussprache, Orthographie und Grammatik von der europäischen Variante. Portugiesisch ist alleinige Amtssprache und für mindestens 97 % der Bevölkerung Muttersprache. Die Indianersprachen werden nur von etwa 0,1% der Bevölkerung gesprochen. Diese sind hauptsächlich im Amazonasgebiet verbreitet, weil hier der Einfluss der Europäer gering blieb. Insgesamt werden in Brasilien rund 180 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

 


Die Bevölkerung Brasilien stammt von den indianischen Ureinwohnern, Afrikanern und den eingewanderten Europäern ab. In keinem anderen Land der Welt hat sich die Bevölkerung so stark vermischt wie in Brasilien:
53 % der Bevölkerung Brasiliens sind Weiße, 11 % Schwarze, 22 % Mulatten (ein weißer und ein schwarzer Elternteil), 12 % Mestizen (ein weißer Elternteil und ein indianischer Elternteil) und 2 % Sonstige. 0,2 % der Bevölkerung sind Indios ( Die Angaben schwanken zwischen 13.000 und 410.000), diese leben in 215 Stammesgemeinschaften. Der Anteil der deutschstämmigen Brasilianer wird auf ungefähr 5 Millionen geschätzt.
Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung: Das mittlere Alter beträgt 27,4 Jahre. Ca. 28 % sind jünger als 15 Jahre, fast 66 % sind zwischen 15 und 64 Jahre alt und nur 6 % sind älter als 65.

Klima


Wegen der enormen Größe Brasiliens ist das Klima sehr unterschiedlich. Man kann aber folgende Klimazonen unterscheiden:

Norden: tropisch mit hoher Luftfeuchtigkeit, Temperaturen bis zu 36 ° C von Mai bis August, ganzjährige Niederschläge mit einer Regenzeit von November bis AprilNordosten: heiß und trockenhäufig mehr als 40° C, Regenzeit im Herbst und WinterMitte: überwiegend trocken, starke Regenfälle im Sommer, große Temperaturunterschiede zwischen Sommer und WinterSüden: subtropisch mit jahreszeitlichem Wechsel (hier können die Temperaturen im Winter unter den Gefrierpunkt sinken) und gleichmäßigen Niederschlägen über das Jahr. Überwiegend ist das Klima in Brasilien tropisch, besonders im Amazonasbecken fallen reichlich Niederschläge.

Flora und Fauna

Noch vor Kolumbien, Mexiko und Indonesien ist Brasilien das artenreichste Land der Erde. Entdeckt wurden bislang rund 3000 Wirbeltiere-, 3000 Süßwasserfisch-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten. Allein 207 dieser Tierarten sind vom Aussterben bedroht.
Besonders bekannt sind im gesamten Amazonasgebiet vor allem Papageien, Tukane und Kolibris. Bisher wurden etwa 1400 Vogelarten bestimmt, es soll mehr als 100.000 verschiedene Insektenarten geben. In Brasilien gibt es mehr Schmetterlingsarten als in jedem anderen Land der Erde. Die meisten Tiere leben rund 45 Meter über dem Boden in den Baumwipfeln, weil es hier ausreichend Nahrung und Sonnenlicht gibt. Hier leben neben Affen, Vögeln und Insekten auch Baumfrösche und Salamander. Größere Waldtiere wie der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma sind recht selten. Daneben bevölkern Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald. An den Flußufern leben Alligatoren, Boas, und Schildkröten. Die Schildkröten sind aber inzwischen bedroht, weil ihre Nester oft geplündert werden. Auch zahlreiche Fischarten (ca.1500) sind im Amazonas beheimatet, darunter der größte bekannte Süßwasserfisch der Welt, der bis zu 2 Meter lange und bis zu 100 kg schwere Pirarucu, ein Zitteraal, der 800-Volt-Stromschläge austeilt und die Piranhas, die etwa
30 cm lang werden.

Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonasbecken ist das größte zusammenhängende Waldgebiet. Bislang wurden mehr als 2.500 Baumarten und 55.000 Blütenpflanzen entdeckt. Die Artenvielfalt ist so riesig, dass nur etwa die Hälfte der Pflanzen einen Namen hat. Mindestens die Hälfte aller auf der Erde vorkommenden Pflanzenarten lebt hier. Auf einer Fläche von einem Hektar leben hier mehr Pflanzenarten als in ganz Europa. Hier gibt es allein 1000 Farn- und Orchideenarten. In diesem Gebiet wachsen u.a. der Gummibaum, verschiedene Farb- und Edelhölzer (z.B. Palisander), Fruchtbäume (z.B. Paranussbaum) und Heilpflanzen. Auf dem Amazonas, aber vor allem auf seinen Nebenflüssen, wachsen Seerosen, deren Blüten 30 bis 40 cm groß werden können.

Herzlichen Dank an Galen R. Frysinger und Rhett Butler (www.mongabay.com), der uns freundlicherweise die Verwendung seiner Fotos genehmigte.

Landwirtschaft

Nur ungefähr 7,5 % der Fläche Brasiliens wird bewirtschaftet, trotzdem zählt Brasilien zu den wichtigsten Agrarländern. Mit zur Zeit rund 264 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ist die Ackerfläche Brasiliens sechsmal so groß wie die Deutschlands. In keinem anderen Land der Welt hat sich die Landwirtschaft so rasant entwickelt wie in Brasilien. Bei Kaffee, Zucker, Ethanol (Alkohol aus Zuckerrohr), Soja, Orangensaft-konzentrat, Geflügel und Rindfleisch ist Brasilien Export-Weltmeister. Zwischen 25 und 30 % der weltweiten Kaffeeproduktion stammt aus Brasilien. Außerdem werden Kidney-Bohnen, Mais, Reis, Weizen, Kakao, Bananen, Kartoffeln, Maniok und Tabak angebaut. In den südlichen Staaten wird Viehzucht betrieben: Man züchtet Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Esel, Maultiere und Geflügel.

Industrie:

Brasilien ist reich an Bodenschätzen: Es verfügt über die weltgrößten Eisenerzreserven, geschätzte 48 Milliarden Tonnen, die vermutlich den gesamten Bedarf aller Länder für 500 Jahre decken. In jüngster Zeit wurde hochwertiges Uranerz gefunden. 90 % aller Edelsteine kommen aus Brasilien. Daneben werden Kohle, Bauxit, Mangan, Zinn, Nickel, Kalium, Phosphat, Wolfram, Blei, Graphit, Chrom, Quecksilber, Platin, Gold und Silber abgebaut. Zudem werden Erdöl und Erdgas gefördert.
Die brasilianische Industrie wächst ständig. Führend sind die Metallverarbeitung, der Transportfahrzeug- und Maschinenbau, die Chemieindustrie, die Schuh- und Lederwarenproduktion, die Herstellung von Papier, Textilien und elektronischen Bauteilen.

Schulbildung

In Brasilien besteht eine achtjährige Schulpflicht; sie beginnt mit 7 Jahren. Klasse 1 bis 4 bilden die Unter-, Klasse 5 bis 8 die Mittelstufe, die Oberstufe endet mit dem Abschluss der elften Klasse. Die Grundschule ist kostenlos. Trotz der Schulpflicht verlassen viele Kinder die Schule vorzeitig, weil sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Nur 68 % der Kinder beenden die achtjährige Grundschule und nur 28 % erreichen den Abschluss mit 15 Jahren. Viele Familien betrachten den Schulbesuch als nicht notwendig, für viele ist es zu teuer, weil Kosten für Lernmittel, Schuluniform, Transport usw. entstehen. In brasilianischen Dörfern leben unzählige Kinder in bitterster Armut. Mehr als 16 Millionen Brasilianer können daher nicht lesen und schreiben.

Lebensverhältnisse

Jeder vierte Brasilianer lebt am Rande oder unterhalb des Existenzminimums. Auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten die Menschen teilweise in sklavenähnlichen Verhältnissen.

Krankheiten

Weit verbreitete Krankheiten in Brasilien sind Masern, Keuchhusten, Malaria und Tuberkulose.
Da dem staatlichen Gesundheitswesen nur wenig Geld zur Verfügung steht, sind viele Krankenhäuser stark renovierungsbedürftig und veraltet. Obwohl nur 15% der Ausgaben für Gesundheit in die Prävention fließen, konnte die Säuglingssterblichkeit seit 1970 um zwei Drittel gesenkt werden. Ein Arzt betreut im Durchschnitt 633 Patienten. 87 % der Bevölkerung erhalten sauberes Trinkwasser.

Politik

Brasilien ist eine präsidiale Bundesrepublik. Das brasilianische Volk wählte zuletzt Luis Ignacio Lula da Silva, genannt Lula, mit 61.3 % zum Präsidenten.

 

Angeschriebene Emailadressen:

- iesap@iesap.edw.br

-nilson@grupoideal.com.br

-parmela@netium.com.br

-informatica@colegiosantarosa-pa.com

-cleo@cpatu.embrapa.br

-bartolomea@bartolomea.com

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-riodejaneiro@unicef.org

-salvador@unicef.org

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