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Galapagos

Geographie

Die Galapagosinseln sind eine der 22 Provinzen Ecuadors. Sie liegen 1000 km von der Küste entfernt. Der Archipel besteht aus 14 größeren und mehr als 100 kleinen Inseln, die sich über 400 km im Pazifischen Ozean erstrecken. Die Inselgruppe bedeckt eine Wasserfläche von 300 km x 400 km. 13 der Inseln sind größer als 5 Quadratkilometer, nur 5 Inseln sind bewohnt: Die größte Insel Isabela (120 km lang) sowie San Cristobal, Santa Cruz, Florana und Baltra.

Die Galapagosinseln liegen ganz dicht am Äquator.

Sie sind vulkanischen Ursprungs. Sie liegen auf der Nasca-Platte, die sich über eine Magmakammer bewegt, die sogar heute noch vulkanische Aktivität zeigt und zwar auf den beiden Inseln Isabela und Fernandina. Hier gibt es bis zu 1700 m hohe Vulkane.
Der Vulkan Cumbre brach das letzte Mal im Mai 2005 aus. Seit 1900 wurden 25 größere Ausbrüche beobachtet. Die kleine Insel Santiago, die auch San Salvador genannt wird, ist z.B. erst vor 100 Jahren entstanden.

 

Bevölkerung und Fläche

Auf den Galapagos-Inseln leben etwa 20.000 Menschen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 2,7 Einwohner je km². Die Hauptstadt der Galapagos-Inseln heißt Puerto Baquerizo Moreno. Die gesamte Fläche der Galapagos-Inseln beträgt 8.010 km².

 

Klima

Obwohl die Galapagos-Inseln am Äquator liegen, unterscheidet sich das Klimabedingt durch den kalten Humboldtstrom - vom Klima in anderen Gebietenin Äquatornähe, es gibt viele trostlose regnerische Tage im Jahr.

An den Küsten ist das Wetter meist trocken und heiß, in den Bergen kühl und feucht. Es gibt zwei Jahreszeiten: Von Januar bis Juni ist Regenzeit. Meist beschränkt sich der Niederschlag auf kurze, heftige Schauer. Doch dies reicht, um an den Küsten eine bunte Vegetation aufblühen zu lassen. Der Himmel ist meist klar. In der Trockenzeit, die von Juli bis September dauert, ist der Himmel oft bedeckt und es ist kühler, aber es fällt fast kein Niederschlag.

Dieses eigenartige Klima bringt es mit sich, dass der Pflanzenbestandteil auf den Galapagos-Inseln keinen Vergleich mit dem Festland aushält. Es gibt trotz der Lage am Äquator so gut wie keine tropischen Regionen mit üppiger Blütenpracht. Die Vegetation ist, vor allem an den Küsten, ausgesprochen karg, und manchmal sogar wüstenartig. Die Temperaturen liegen zwischen 21 und 27 Grad.

 

Flora und Fauna

Durch die abgeschiedene Lage der Inseln hat sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt: Es gibt eine große Artenvielfalt. Viele Arten (40 %) kommen nur auf diesen Inseln vor (besonders unter den Vögeln und Reptilien), z.B. Galápagos-Riesenschildkröten, Galápagos-Seebären, Galàpagos-Pinguin, flugunfähige Kormorane, Darwinfinken oder Pflanzen wie der Scalesia-Baum. Die Galapagos-Schildkröte wird bis zu 300 kg schwer. Ihr Panzer kann 1,50 m lang werden, das geschätzte Alter beträgt 150 bis 200 Jahre. Sie gehört zu den ältesten auf der Erde lebenden Reptilien. Da sie lange Zeit als Fleischlieferant geschätzt wurde, wurden viele Schildkröten getötet. Heute werden alle Schildkröteneier in der Charles-Darwin-Station ausgebrütet, weil sie für die verwilderten Schweine ein Leckerbissen sind und daher geschützt werden müssen. Erst wenn die Schildkröten etwa drei Jahre alt sind, werden sie ausgesetzt.

Die Holzbiene ist die einzige Bienenart, die auf den Galapagos-Inseln lebt. Wegen dieser Bienenart gibt es ausschließlich gelb gefärbte Blüten.

Weitere typische Tiere der Galapagos-Inseln sind die Mähnenrobbe, der Seelöwe, die Schleiereule, die Falkennachtschwalbe, der Steinwälzer, die Lavamöwe, sowie Geckos, Leguane und Meerechsen. Die Meerechse ernährt sich aus dem Meer und trinkt sogar Meerwasser. Die Landleguane (Drusenköpfe) werden bis zu 1,20 m lang. Heute kommen sie nur noch auf Fernandina vor, während sie zu Zeiten Charles Darwins in manchen Gegenden so häufig waren, dass dieser Schwierigkeiten hatte, sein Zelt aufzubauen.

Die Inseln Santa Cruz und San Cristobal gehören zu den vegetationsreichsten Inseln des Archipels.

Die Inseln wurden wegen ihrer einmaligen Tierwelt schon 1934 unter Naturschutz gestellt und 1959 zum Nationalpark erklärt. Zu diesem Nationalpark gehören 96 % der Inselflächen. Seit 1978 sind die Inseln Unesco-Weltnaturerbe. Seit 2007 stehen sie auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Welterbestätten. Gründe dafür sind die vielen Touristen, der Zuzug vom Festland und eingeschleppte Arten.

 

Geschichte

Am 10. März 1535 wurden die Galapagos-Inseln zufällig von Spaniern gefunden. Tomás de Berlanga war mit seinen Leuten auf dem Weg nach Peru vom Kurs abgekommen und landete dabei auf einer der Galapagos-Inseln. Islas Encantadas („Verzauberte Inseln“) wurde die Inselgruppe genannt. Im 17. Jahrhundert war die Inselgruppe Versteck und/oder Fluchtort für die Seeräuber – darunter waren John Cook oder William Cowley – die aus Mexiko kommende Goldschiffe der Spanier überfielen.
Im 19. Jahrhundert benannte man die Inseln nach den dort vorkommenden Riesenschildkröten Galápagos(= Insel der Schildkröten). 1934 bis 1959 waren Inseln wie Floreana oder Isabela Strafkolonien.

Besonderheiten

1835 unternahm einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler, Charles Darwin, eine Reise auf die Galapagos-Inseln. Er war so sehr von der einzigartigen Flora und Fauna beeindruckt, dass er zu seiner Evolutionstheorie inspiriert wurde. Diese veröffentlichte er 1859.
2009 ist übrigens Darwin-Jahr, denn man feiert gleich zwei Jubiläen:
Vor 200 Jahren wurde Charles Darwin (in England) geboren und vor 150 Jahren erschien sein Hauptwerk „Die Entstehung der Arten“.